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Design Thinking | Einführung

Wenn ich Design Thinking beschreiben sollte, würde ich sagen, dass es sich hierbei um einen kreativen Prozess handelt, der den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt anstatt, um bedarfsgerechte Produkte oder Lösungen zu erschaffen. Der Mensch und seine Interaktion mit seiner Umwelt steht hierbei stärker im Focus als die Lösung oder das Produkt.

Um sinnvolle Innovationen zu erschaffen, musst du deine Benutzer kennen und dich um ihr Leben kümmern.

Design Thinking – der Prozess

Der Design Thinking Prozess durchläuft fünf Schritte:

Design Thinking Prozess

(1) Verstehen

Um zu verstehen machst du folgendes:

Beobachten

Betrachte die Nutzer und ihr Verhalten im Kontext ihres Lebens. Beobachte sie in allen relevanten Handlungen und Interaktionen. Darüber hinaus befrage die Nutzer nach ihren Handlungen. Bringe beide Quellen zusammen – eine der mächtigsten Erkenntnisse entsteht, wenn das was gesagt wurde nicht zu dem passt was gemacht wurde. Vielleicht erkennst du auch Work-Arounds zu existierenden Problemstellungen, die jemand versucht zu umgehen, die aber nie Thema eines Gesprächs gewesen sind.

Gespräche führen

Führe lose Interviews oder besser gesagt führe vorbereitete Gespräche mit deinen Nutzern. Stelle vorbereitete Fragen und erwarte, dass das Gespräch von den Fragen abweicht. Entwerfe Stories von den Menschen, mit denen du sprichst, und frage immer „Warum?“, um die tiefere Bedeutung zu erfahren. Führe kurze ad-hoc Gespräche bei Bedarf oder länger vorbereitete Gespräche.

Zuhören

Idealer Weise kombinierst du Gespräche und Beobachtung. Lass dir erklären, wie jemand seine Aufgaben erledigt und anschließend zeigt er dir wie er es macht. Lass dir dabei erklären warum sie/er tut was sie/er tut. Lass dir erklären was ihr/ihm durch den Kopf geht, wenn sie/er seine Aufgabe ausführt oder während sie/er mit Dingen interagiert.

(2) Definieren

Sammel alle Informationen, die dir bei den Gesprächen und beim Beobachten aufgefallen sind. Versuche nun Muster zu erkennen und versuche die Nutzer und ihr Handeln zu verstehen. Welcher Typ Mensch ist dein Nutzer? Warum tut er was er tut? Wieso benutzt er Dinge wie er es tut? Bekomme ein Verständnis von deinem USER.

Nun versuche den Bedarf deiner Nutzer zu erfassen (NEED) und versuche verschiedene Bedürfnisse zu priorisieren. Versuche auch Einsichten, Ursachen und Begründungen zu jedem NEED zu gewinnen, um klar herauszustellen, WARUM dein User diesen NEED hat.

Dadurch entsteht eine umsetzbare Problembeschreibung, welche den Rest deiner Designarbeit antreibt.

(3) Ideen

Versuche nun allein oder in einer Gruppe Ideen zu entwickeln, wie die Problembeschreibung gelöst werden kann. Versuche diesen sehr kreativen Prozess durch verwandte Materialien oder bestehende Produkte zu unterstützen. Selbst Prototypen kann eine Ideationstechnik sein und helfen Ideen zu entwickeln. Versuchen Sie alle Sinne in diesem Prozess zu nutzen, die auch Teil der Problembeschreibung sein können. Wenn Sie z.B. ein Handy entwickeln, ist die Haptik also das Fühlen ihres Produktes oder Prototypen ein wesentlicher Bestandteil dieser Phase. Nutzen Sie Brainstorming, Skizzen oder Mindmaps, um ihre Gedanken zu entwickeln und zu visualisieren.

(4) Prototyping

Nachdem du deine Ideen entwickelt und priorisiert hast, fange an zu bauen! Versuche so schnell wie möglich einen Prototypen zu haben, den du mit deinen Nutzern testen kannst. Vermeide dabei dich zu stark mit dem Prototypen zu identifizieren, es könnte sein, dass deine Überzeugung dem Kundennutzen nicht entspricht. Mach dir Gedanken, welche Fragen dein Prototyp beim Testen beantworten soll – versuche dadurch so schnell wie möglich etwaige Unsicherheiten und Risiken aus dem Weg zu räumen.

Versuche immer die Kundenbrille beim Bauen auf zu haben. Wie würde dein Nutzer dein Produkt benutzen? Wo hätte er eventuell Probleme bei der Bedienung?

(5) Test

Lass deinen Nutzer deinen Prototypen bedienen. Versuche ihn dabei den Prototypen möglichst intuitiv – also ohne viel Erklären – dein Produkt erleben. Nutze hierbei wieder deine Beobachtung, wie der Tester mit deinem Produkt umgeht, wie er es verwendet und wo er Probleme bei der Bedienung hat. Führe wieder Gespräche und erfahre, wie er über dein Produkt denkt und wo Fragen entstanden sind. Verstehe das Erlebnis deines Nutzers und nutze dieses Wissen, um dein Prototypen weiter zu entwickeln.

Iteriere nun so lange über alle fünf Schritte, bis dein Prototyp marktreife erlangt hat oder das Problem endgültig gelöst wurde.