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Wie führt man Scrum ein

Wie führt man Scrum ein?

Wie führt man agile Scrum richtig ein? Hier liest du wie du Agile Prozesse am Beispiel von Scrum richtig einführst.

Du willst kürzere Lieferzeiten, eine gesteigerte Kundenzufriedenheit und einen größeren Projekterfolg bei gleichzeitiger Reduktion der Risiken? Ich zeige dir meinen Weg zur Implementierung von Agile am Beispiel von Scrum.

Wie führt man Scrum richtig ein? Schritt für Schritt Anleitung:

Schritt 1: Entscheide dich für ein agiles Framework

Bevor ihr agile Prozesse einführt, müsst ihr euch für ein agiles Framework wie Scrum oder Kanban entscheiden. Grundsätzlich empfehle ich Scrum, da es einfach zu implementieren ist und alles mitbringt, was bei einer agilen Transformation benötigt wird. Auch lässt sich Scrum sehr gut in klassische Unternehmensformen einpassen – wenn gleich ich eine ganzheitliche organisationsweite Transformation bevorzuge. Aber einen Schritt nach dem anderen.

Wenn dein Team in einem „planbaren“ Umfeld arbeitet – wenig Varianz durch Ad-Hoc Aufgaben, dann solltest du Scrum für den Anfang nutzen. Sollte dein Team in einem Support Umfeld mit hoher Varianz und wenig Planbarkeit arbeiten, dann eignet sich Kanban.

Schritt 2: Definiere die Rollen

Dieser Schritt ist ebenfalls von großer Bedeutung. Wenn du dich entschieden hast, welches Framework du bei der Einführung agiler Prozesse verwenden willst,, musst du dafür sorgen, dass alle im Framework definierten Rollen festgelegt werden. Sorge dafür, dass deine Product Owner, Scrum Master und Teams definiert sind und auch nicht in einer Doppelrolle arbeiten. Der Scrum Master sollte nicht gleichzeitig Entwickler sein und der Product Owner sollte auch nicht die disziplinarische Führung für ein Team haben. Sorge für Transparenz – jeder muss die Rollen und Aufgaben aller Rollen verstehen.

Schritt 3: erstelle eine Produkt-Vision

Die Produkt-Vision beschreibt, wie der Name schon sagt, eine Produkt Vision. Hierbei stellt die Produkt-Vision klar, wer die Zielgruppe für das Produkt darstellt und was ihre Bedürfnisse oder Problemstellungen sind. Ebenso gibt die Produkt-Vision erste Anhaltspunkte darüber, welche Geschäftsziele das Produkt verfolgt und wie diese erreicht werden sollen. Dazu kannst du ein so genanntes Produkt Vision Board verwenden, welches du bei unseren Werkzeugen kostenlos herunterladen kannst.

Schritt 4: erstelle eine Produkt-Roadmap

Die Produkt-Roadmap beschreibt die langfristige Vision des Produkts: Sie erklärt, wie das Produkt auf den Markt gebracht und weiterentwickelt werden soll. Achte hierbei darauf, dass du kleine Funktionspakete zu so genannten Minimal-Viable-Products (MVP) schnürst, also funktionierende Teilstücke deines Produktes, die du ausliefern kannst. Damit ist es möglich während der Ausbaustufen bereits Feedback zu bekommen und dein Produkt zu optimieren.

Wenn du mehrere Releases dieser Form ausgeliefert hast, kommst erreicht dein Produkt irgendwann die Marktreife – das Minimal Markable Product (MMP) ist erreicht. Hier sollte die Produkt-Roadmap ebenfalls Aufschluss darüber geben, welche Anforderungen für die Marktreife notwendig sind.

Schritt 5: mach dir Gedanken über Kosten und Zeit

Ich sehe immer wieder, dass dieser wichtige Punkt in vielen Unternehmen einfach unter geht. Es ist sehr wichtig abzustecken, was das Budget für dein Produkt ist. Nur so kannst du abschätzen, ob dein Produkt sich lohnt. Setze dir bewusst sportliche Deadlines – NEIN das widerspricht nicht dem agilen Ansatz – ganz im Gegenteil! Es sorgt dafür, dass du die Anforderungen hinterfragst – sind wirklich alle Anforderungen wirklich wichtig? Wenn du nicht alle Anforderungen in der angesetzten Zeit umgesetzt bekommst, dann fokussierst du automatisch auf die wirklich relevanten Funktionen. Ohne Deadlines entsteht viel zu Oft das Phänomen des Overeingineerings (des zuviel entwickelns) – es wird viel zu viel gebaut, was niemand angefordert hat.

Schritt 6: erstelle das Product-Backlog

Nun gilt es aus den Anforderungen aussagekräftige User-Stories zu erstellen. Fange zunächst damit an die Ausbaustufen als einzelne Anforderungs-Items im Backlog aufzunehmen. Anschließend sortierst du diese nach der Wichtigkeit – die Elemente mit dem höchsten Wert stehen oben im Backlog und die mit dem geringsten Wert unten. Ebenso sollte sich die Reihenfolge an die in der Product-Roadmap ausrichten – also mit den Ausbaustufen übereinstimmen.  

Deine Elemente im Backlog sind noch sehr groß – man spricht in diesem Zusammenhang von EPICs. Im Laufe der Zeit werden die EPICs nach und nach in kleinere Teile ersetzt. Starte damit, dass du die obersten Elemente in planbare kleine Elemente zerteilst. Wenn du Scrum verwendest, sollte jedes Element innerhalb einer Scrum Iteration (z.B. 2 Wochen) abschließbar sein – damit hast du einen ungefähren Richtwert für die Größe.

Schritt 7: starte, iteriere und adaptiere

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind, fang an zu Iterieren. In Scrum startest du den ersten Sprint. Wenn dieser beendet ist, misst du was innerhalb des Sprints geschafft wurde (die so genannte Velocity). Dieses Wissen wendest du nun für die weitere Planung des Backlogs an und prüfst, ob du dich im Plan befindest oder deine Planung anpassen musst. Nach mehreren Iterationen bekommst du mehr und mehr Sicherheit und wirst immer sicherer in der Planung und Durchführung.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass du alle im jeweiligen Framework vorgegebene Events und Artefakte richtig anwendest – nutze insbesondere die Retrospektiven, um mit etwaigen Herausforderungen umzugehen. Die Retrospektiven helfen dir das neue Framework in eure Unternehmensumgebung einzupassen – achte aber darauf, dass du nicht das Framework wieder in alte Muster veränderst – in Scrum achtet der Scrum Master darauf, dass dies nicht passiert.

Wie führt man Scrum richtig ein? Profitip:

Wenn mich jemand fragt: wie führt man Scrum richtig einführt, so rate ich immer dazu, dass man zunächst ein agiles Framework zu 100% richtig umsetzen sollte. Viel zu oft scheitern agile Prozesse damit, dass sie nicht richtig umgesetzt wurden. Es fehlen im Prozess verankerte Events wie z.B. die Retrospektive, die einfach weg gelassen wird, weil es angeblich nichts zu optimieren gibt. Dieser Fehler sollte auf jeden Fall vermieden werden. Du willst Scrum richtig einführen? Dann mach es richtig und halte dich an den Prozess, führe die Events wie im Prozess beschrieben durch, erstelle und Pflege die Artefakte und schaffe die im Prozess beschriebenen Rollen – nur so hat der Prozess eine Chance auf Erfolg!

Wie führt man Scrum richtig ein? Buchtip:

Wer etwas tiefer einsteigen will, dem empfehle ich das Buch „Scrum – Einführung in der Unternehmenspraxis: Von starren Strukturen zu agilen Kulturen“ von Dominik Maximini, welches als Ratgeber für die Einführung agiler Methoden sehr gut geeignet ist und auch Fehler aufzeigt, die viel zu oft bei der Einführung gemacht werden. Wie führt man Scrum richtig ein? dieser Ratgeber hilft dir dabei.